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Eindruckswelten von mysteriöser Schönheit: Tina Buchholtz’ Ausstellung „Reservat“ im „sans titre“ , Potsdam, November 2014

Die Bilder von Tina Buchholtz nehmen gefangen. Am Anfang durch ihre vordergründige Gelassenheit und Ruhe. Und durch diese eigenwillige, auch mysteriöse Schönheit, die in den Motivkompositionen und Farbvariationen liegt. Dann zieht es den Betrachter immer tiefer in diesen Bilderkosmos, diesen Strukturenzauber. Wird er getragen von den Bewegungen und Veränderungen, dem Rhythmus dieser feinen Linien, die auf jedem Bild von Tina Buchholtz das Geschehen zu dominieren scheinen. Linien, so grazil, dass sie wie eine Ahnung von Gräsern, von einer Wiese wirken. Oder wie die Faszinationen mikroskopischer Strukturen. Reiselandschaften von Eindruckswelten, die Tina Buchholtz auf die Leinwände gebracht hat und in die sich der Betrachter immer tiefer verliert. Ganz freiwillig und mit wachsender Entdeckerfreude.

„Reservat“ ist der Titel der Ausstellung mit klein- und großformatigen Gemälden der Berliner Künstlerin, die im Kunsthaus „sans titre“ zu sehen sind. Ein Bilderreservat im wahrsten Sinne des Wortes, das einen kleinen, aber umso intensiveren Einblick in das künstlerische Schaffen, die Entwicklung der Bildsprache und diesem Strichthema von Tina Buchholtz gibt. Ein Besuch in einem „Reservat“, der den Betrachter in einen anderen Zustand zu versetzen mag. Einem Zustand aus faszinierendem Farb-, Struktur- und Lichtspiel, in dem immer wieder auch Momente der Verwirrung hineinwirken. Ein Zustand von romantischen Dimensionen.

Es braucht nur einen kurzen Blick auf Bilder wie „Spätsommer“ oder die Variation einer Wolke, um an Arbeiten von William Turner zu denken. Oder an Gemälde von Claude Monet. Aber dieses Romantische, dieses Impressionistische bleibt bei Tina Buchholtz immer nur ein äußerst subtiler Anklang. Sie schafft eigene Stimmungswelten. Rätselhafter und auch tiefer, weil sie nur selten das Offensichtliche zeigen. Wie beispielsweise „Winterwoods“, wo Tina Buchholtz ein doppeltes Baumreich, ein kühles, aber nicht unfreundliches Reservat zwischen Schwarz, Weiß und zahlreichen Grauabstufungen geschaffen hat. Und in dem ein diffus gelbes Licht scheint. Im Vordergrund – klar, spürbar und auch scharfkantig – die typischen Striche, aus denen sie hier Nadelbäume oder Gesträuch geschaffen hat. Im Hintergrund zerlaufender Farbe die Andeutungen von dicht an dicht stehenden, so schmalen Baumstämmen. Ein Winterwald, der sowohl verlockend als auch drohend wirkt. Ein gelungenes Spiel der Ambivalenz.

Bei den anderen Bildern ist da schnell der Reflex zu spüren, das kleine Schild mit dem Titel zu lesen, um so einen Hinweis, eine Andeutung auf das Bildthema zu erhalten. Liest man dann den Titel, wirkt das oft überraschend wie beispielsweise bei „Exodus“, das eigens für die Ausstellung im „sans titre“ entstanden ist.

Dieses großformatige Bild, in dem Tina Buchholtz wieder eine besondere Balance von Wärme und leichter Kühle gelingt, erinnert zuerst an eine Graslandschaft, an ein undurchdringliches Halmlabyrinth. Doch dann erwacht im Hintergrund die Landschaft, greift dieser diffuse und gerade dadurch so reizvolle Stimmungszauber, der den Werken von Tina Buchholtz eingeschrieben scheint; und „Exodus“ öffnet sich in seiner ganzen Vielfalt für den Betrachter. Wer dann das Glück hat, allein in der Ausstellung zu sein, sollte die Stille genießen, in die „Exodus“ einen taucht. Denn früh genug wird er wieder aus diesem Reservat vertrieben.

Stille ist für Tina Buchholtz unerlässlich bei der Arbeit. Und das Alleinsein. In ihrem Haus in Lichtenrade hat sie, die sich das Malen autodidaktisch angeeignet hat, ein Zimmer im Keller, in dem sie malt. Ein Zimmer von elf Quadratmetern Größe, in dem ihre Bilder entstehen. Anfang der 90er-Jahre hat sie hier begonnen, sich intensiver mit Leinwänden und Farbe auseinanderzusetzen und hat dabei oft statt mit dem Pinsel lieber mit dem Spachtel gearbeitet. Dieses dabei entstehende Spiel von Statik und Bewegung hat sie von Anfang an fasziniert. Immer tiefer ist sie in diesen Strukturenkosmos eingetaucht, hat oft ganze Bilder nur mit diesen sorgfältig, mit der Spachtelspitze gesetzten Strichen gefüllt. Und auch wenn diese Farbstriche oft etwas Wildes, gar Ungestümes an sich haben, so, als würde dort eine Naturkraft wirken, lässt sich Tina Buchholtz bei der Arbeit nicht treiben. Es ist ein hoch konzentrierter, regelrecht fokussierter Prozess über Wochen und Monate, ein völliges Eingehen in das Thema, die Komposition und das Farbenspiel, in dem ihre Bilder entstehen. Wenn der Betrachter sich darauf einlässt, kann er dieses Fokussieren, dieses Eingehen an sich selbst beobachten.

Die Natur ist für Tina Buchholtz einer der wichtigsten Motivgeber. Ihre Landschaftsbilder sind eindrucksvoll. Aber nicht einfach nur im wertenden, sondern im inhaltlichen Sinne. Wie die zahlreichen Schichten, aus denen sie den Hintergrund ihrer Werke arbeitet, sind ihre Bilder mehr als nur eine Momentaufnahme. Hier entstehen und bewegen sich eigene Welten.

Dirk Becker, stellv. Chefredakteur Tagesspiegel/ Potsdamer Neueste Nachrichten 

 

 

Meine Aufgabe, in die Bilder von Tina Buchholtz einzuführen, beginne ich mit dem Konkreten. Mit dem Wie sind diese Biilder gemalt? Auffällig - und das triff für fast alle Bilder hier zu - ist der Pinselstrich. Mal in schmalen Rinnsalen oder breiten Bahnen fließen Linien kaskadenartig über die Bildfläche. Die lange schmale Linie - dicht gedrängt - oder der dicke und kurze, feste Strich - großzügig gesetzt -, gibt dabei eine Richtung vor, von oben nach unten, links nach rechts oder durcheinandergewirbelt und ohne Richtung. Zahllose schmale und spitze Striche treffen auf breite Linien, sie verdichten sich - fluten - und dokumentieren einen monsunischen Zustand. Auffällig sind vereinzelte scharfe und rote Lichtreflexe, die im Hintergrund aufblitzen. Diese findet man in beinahe jedem Bild von Tina Buchholtz vor. Durch diese Art der Faktur, das Schichten und Übereinanderlegen des Duktus, der hell erstrahlt oder abgedunkelt ist, entsteht ein Rhythmus im Bild, eng verwoben mit der jeweiligen Farbigkeit.In den Bildern von Tina Buchholtz gibt der Strich den Rhythmus vor und die Farbe ist seine Verbündete. Es sind atmosphärische Bilder, Impressionen bestimmter Stimmungen. Dieses kurz skizzierte Zusammenspiel von Linie (Spachtelstrich), Licht und Farbe und deren Wirkung erinnert an die Impressionisten. Kunsthistorische Vorläufer sind u. a. die atmosphärischen Bilder William Turners, die noch im 19 Jhdt in der Akademie in London Aufsehen erregten. Sie sind geprägt vom romantischen Geist jener Zeit. Ihr Genre ist die Landschaftsmalerei. Turner träumte von einer phantastischen, von Licht strahlenden Welt, aber es war keine Welt der Ruhe, sondern der Bewegung, keine Welt schlichter Harmonie, sondern rauschender Schönheit. Virtuos gemalt lassen seine Bilder uns etwas von der romantischen Erhabenheit der Natur ahnen. Im Angesicht seiner Bilder - meist Seestücke - fühlen wir uns überwältigt von der Macht der dort dargestellten Naturkräfte. Man glaubt das Brausen des Windes und das Toben der Wellen im Angesicht seiner Bilder zu spüren.

Tina Buchholtz kommt aus der Richtung Landschaftsmalerei, sie hat zuvor durch scharfe Beobachtung der Natur den romantischen Geist in ihren Bildern nachempfunden. Die genaue Betrachtung der Natur stand am Anfang ihres künstlerischen Werdegangs. Insbesondere die deutschen Spätromantiker wählten die Landschaft als beliebtes Motiv, nicht etwa um die Landschaft zu malen, sondern um ein inwendiges oder inneres Bild in der Landschaft zu manifestieren. Folgten sie der Vorstellung, dass in der Kunst der Einklang von Mensch und Natur gefunden werden konnte, entstanden auf diese Weise Seelenbilder. Denken Sie an C. D. Friedrichs Mönch am Meer, der vor der Größe (Erhabenheit) der Natur erstarrt, ein von Melancholie bestimmtes Gemälde, voller Versunkenheit. Der Sprung von naturalistischen Landschaftsbildern im Stile der Spätromantiker zu den abstrakten Landschaften ist groß. Die Anlehnung an die Natur ist - bei den Bildern, die sie von Tina Buchholtz hier sehen - verschwunden, trotzdem legen Farbe, Licht und Rhythmus diese Verbindung nahe, sie kann imaginiert werden. Die Atmosphäre entsteht aus dem Prozess des Malens heraus. Im Prozess des Malens ist die Faktur, das Schichten der Pinselstriche wesentlich. Bezüglich des hervorstechenden Zusammenspiels von Strich und Licht in den Bildern von Tina Buchholtz möchte ich auf eine weitere historische Referenz verweisen, auf die Impressionisten und zwar die französischen Impressionisten des späten 19. Jahrhunderts. Sie verschrieben sich dem haptischen Flimmern des Lichts, der Atmosphäre. Pinselstrich und Farbe, meist komplementäre, waren die Zaubermittel der "Klekser" (wie man sie damals abschätzig nannte). Der Gegenstand löste sich im Licht auf, dabei war das genaue Studium des Lichteinfalls von besonderer Bedeutung. Der Gegenstand verschwand und ließ ein Feld rhythmischer Farbklänge zurück. Aus heutiger Perspektive ist es kaum vorstellbar, dass die frühen Ausstellungen der Impressionisten einen solchen Sturm der Empörung hervorriefen, ging es doch um Schönheit. Die Impressionisten mussten noch viel weiter gehen als frühere Generationen, indem sie die Konturen und Formen gänzlich aufzulösen begannen und einzig Licht und Farbe in ihren Bildern feierten. Sie wussten, dass das menschliche Auge ein wunderbares Instrument ist, das diesen Farbrhythmen gerne folgen kann. Die Besucher der impressionistischen Ausstellungen erklärten diese für "verrückt"! Wohl deshalb, weil sie ihre Nase zu nahe an die Leinwand hielten und nichts weiter als das Chaos der Pinselstriche sahen. Dabei ging es doch um die sinnliche Wirkung von Farbe in ihrer haptischen Kraft. Ich sage nicht, dass wir es hier bei Tina Buchholtz mit impressionistischen Bildern zu tun haben, jedoch ist ihr Einsatz von Faktur, Rhythmus und Licht demjenigen bei impressionistischen Gemälden ähnlich. In den Bildern von Tina Buchholtz werden die malerischen Mittel in ihrer regelhaften Wiederholung und Strenge eher zum Ornament, - es ist nicht das Spiel im und mit dem Licht, wie wir es von den Impressionisten kennen - sondern Atmosphäre, die auf einer Systematik basiert.

Tina Buchholtz vollzog in ihrem Oeuvre den Wechsel von der naturalistischen Landschaftsdarstellung -vom Abbild der Landschaft - zur Empfindung einer Landschaft, die nicht trennt zwischen dem inneren und dem äußeren Bilde. Vielmehr ist es eine Empfindung, die Sie zu durchdringen scheint, ein Rhythmus aus Farbe, Strich und Licht.

Prof. Dr. Melanie Franke, Kunsthistorikerin, Deutsche Guggenheim Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellung in der Deutschen Bank Unter den Linden, 2004

 

Die meist sehr großformatigen Leinwände der Künstlerin sind in ihren abstrakten Kompositionen über und über mit einem dichten Gespinst aus hauchdünnen Linien und Farbtupfern übersät. In fast meditativer Manier setzt sich so farblicher Akzent zu Akzent und erzeugt ein ausgewogenes und streng komponiertes Gefüge aus korrespondierenden Linien und Farbtupfern. Der Ausgangspunkt und das fertige Bild gehen, obwohl die Arbeiten abstrakt zu nennen sind, immer von einem gegenständlichen Thema aus. Die Titel ihrer Bilder mögen sich im Endeffekt zwar von der ursprünglichen Intention gewandelt haben, aber eine Arbeit "ohne Titel" ist für die Künstlerin nicht denkbar. So sind es Personen, Landschaftsstimmungen oder etwa die sich windenden vielfarbigen Linien, die den Eindruck eines Chamäleons widerspiegeln. Die Assoziation mit der Gegenständlichkeit bleibt bei Tina Buchholtz immer gewahrt.

Helmut Junger, Kunsthistoriker
 


 

T A G E S T I P P : A U S S T E L L U N G

Sehnsucht nach der warmen Jahreszeit

Das ist es, wovon Wintermuffel träumen, was ihnen nicht der Schnee auf dem Berghang ersetzen könnte: flirrende Sommerhitze, duftendes Gras und Heu, Blumen, Wasser zum Hineinspringen, kurze laue Nächte. Die Berliner Malerin Tina Buchholtz gaukelt uns mitten im trüben, schmuddeligen Großstadt- Winter diesen Sommerzauber vor. "Summer-Dance" ist eine ihrer virtuosen wie aus tausend Strichlagen geschichteten Acryl-Bilder. Aber auch ein Eisbild ist dabei, zur Erinnerung an die jetzige Jahreszeit.
 

Berliner Zeitung zur Ausstellung in der Deutschen Bank, Unter den Linden, 2005


 

Tina Buchholtz arbeitet abstrakt –eigentlich- ist man versucht zu sagen, denn der Titel ihrer zweiteiligen Arbeit „Erlkönig“ ruft sofort eine Fülle von ganz konkreten Assoziationen hervor, von den grauen Weiden bis zu dem gespenstischen Nebel, der Undurchdringlichkeit der Nacht - der Tragödie. Ein Gespinst, bei näherem Hinsehen mit reliefartigem Charakter, breitet sich aus, bedeckt, hält fest.

Dr. Anne Meckel, Kunsthistorikerin, über die Arbeit „Erlkönig“, 2007


 
 

Tina Buchholtz malt, weil Farben sie faszinieren: „Farbe ist wie Atmen. Farbe bedeutet Leidenschaft, es ist etwas absolut Sinnliches. Mit Farbe kann ich eigenen Stimmungen, eigenen Ideen Gestalt verleihen“. Inspirieren lässt sie sich von einem Wort, einer Geschichte, oder beispielsweise von einem Tukan, dessen exotische Farbigkeit dem Betrachter schließlich wie ein Prisma entgegenkommt. Oder von einem akustischen Ereignis, das sie – wie beispielsweise im Bild „Sonic“ - zu einem fein strukturierten, in einem einzigen Farbton gehaltenen Klangteppich webt. Malen war Tinas Leidenschaft, seit sie als Kind den ersten Stift in der Hand hielt. Nach dem Abitur entschied sie sich bewusst gegen ein akademisches Kunststudium, „weil ich damals unbedingt meinen eigenen Stil suchen und dabei nicht beeinflusst werden wollte“. Diesen Weg ist sie seither konsequent gegangen. Sie hat sich in den verschiedenen Maltechniken ausbilden lassen, ihr handwerkliches Können mit Porträts und gegenständlicher Malerei perfektioniert und ihre eigene Technik ständig verfeinert. So lange, bis sich die Landschaften auflösten und sie in der Abstraktion ihre eigene Sprache gefunden hatte. Tina Buchholtz interessiert heute vor allem die Dreidimensionalität, mit der sie in der Vorstellung des Betrachters ein Bild auslösen kann. Mit einem Spachtel trägt sie die Farben akribisch genau in kleinen Strichen auf die Leinwand. Dabei entsteht eine Art rhythmische Bewegung, in der die Striche die Richtung angeben, sich zum homogenen Ganzen vernetzen, bis hinter der strukturierten Oberfläche die räumliche Tiefe mit Licht und Schatten sichtbar wird. Für ihre Technik braucht Tina Buchholtz die Liebe zum Handwerk und den Hang zur Genauigkeit. „Ja, der Wunsch nach Struktur und Ordnung ist bei mir sicher da“, sagt die 44jährige vierfache Mutter. Geduld und einen starken Willen brauchte sie auch, um sich im umkämpften Kunstmarkt zu etablieren. Heute ist sie in Berlin eine arrivierte, von den Galerien umworbene Künstlerin. Sie ist unter anderem Mitglied des Berufsverbands BildenderKünstler. Auftragsarbeiten von ihr hängen in großen Unternehmen, im Deutschen Bundestag und in privaten und halbprivaten Kunstsammlungen.
 

Christine Fivian, Zürich, anlässlich der Ausstellung in der Art Seefeld Galerie, 2007



 

Tina Buchholtz ist in Berlin geboren und lebt und arbeitet als freiberufliche Malerin und Grafik-Designerin in dieser Stadt. Sie stellte u.a. schon in Rom, Hong-Kong, Dubai und Zürich aus und Auftragsarbeiten hängen z.B. im Deutschen Bundestag, in Unternehmen sowie auch in privaten Kunstsammlungen. Da sie sich zum Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn nicht durch akademische Vorgaben beeinflussen lassen, sondern ihren ganz eigenen Stil finden wollte, entschied sie sich gegen ein Kunststudium. Stattdessen ließ sie sich nach dem Abitur in verschiedenen Malereitechniken ausbilden und entwickelte sich ebenfalls autodidaktisch weiter. Zu Beginn Ihres Schaffens arbeitete sie durchaus gegenständlich, fertigte beispielsweise Landschaften und Portraits. Ende der 90er Jahre begannen die Landschaften jedoch sich aufzulösen und mehr in die Richtung des Informels zu tendieren. Die Beschäftigung mit dem Leben und Werk Jackson Pollocks trug ihr übriges dazu bei, bis die Abstraktion ihrer Werke sie zu ihrem persönlichen und erfüllenden Stil finden ließ. Sie verwendete hierfür verschiedengroße Spachtel und kleckste die Farbe auf die Leinwände, die dadurch eine reliefartige Struktur erhielt. Das Künstlerhaus Spiekeroog stellt acht großformatige Bilder hier im Obergeschoss aus. Sie sind in Acryl auf Leinwand gemalt und teilweise mit Perlmutt- und Goldpigmenten versetzt Auf den ersten Blick bietet sich dem Betrachter ein Chaos von Linien, die durch Zufall entstanden zu sein scheinen. Doch formieren sich diese Linien, die akribisch genau mit der Kante von verschieden langen Spachteln auf die Leinwand gesetzt wurden, bei längerer Betrachtung neu. Sie ergeben, wie Sie sehr schön sehen können, ein feines Geflecht. Manche dicker, manche dünner, gerichtet oder durcheinander bilden sie ein spannungsvolles, rhythmisches Miteinander auf dem Bildgrund. Diese Vernetzungen wechseln mit farbig-transparenten Lasuren. Mit Zufall haben die Werke Tina Buchholtz nicht das Geringste gemein, auch wenn dies so scheinen mag. Jede Linie hat ihren ganz genauen Platz auf der Leinwand. Betrachtet man die Werke der Künstlerin länger und aus verschiedenen Entfernungen, ergibt sich immer eine Raumtiefe, da die Linien auf unterschiedlichen Ebenen sitzen und der Eindruck einer Verschiebung entsteht. Satchmo ist ein mit Goldpigmenten versetztes Bild. Der Auslöser dafür war Louis Armstrong, dessen Spitzname hier als Bildtitel verwendet wurde, mit seiner Trompete. Verschiedene Goldtöne bilden den Grund und auch die Struktur des Werkes. Zum Schluss ging Tina Buchholtz noch einmal leicht mit Silbergold über die Komposition. Daher stammen die leuchtenden Effekte, die ein wenig an die blitzenden Jazzinstrumente erinnern. Die willkürlich erscheinenden und doch nach einem bestimmten Schema gesetzten Linien beziehen sich auch auf das Element der Improvisation im Jazz. Das Diptychon „Erlkönig“ zeigt sanfte Farbverläufe von verschiedenen gräulichen Blautönen. Der Bezug zum Titel findet sich bei jedem Betrachter auf andere Weise. Der eine sieht die dunkle Nacht, der andere den Nebel und der nächste hört die rauschenden Bäume. Auch das Element der Kommunikation spielt hier eine große Rolle. Es geht um zwei verschiedene Wahrnehmungen wie in dem Gedicht „Der Erlkönig“. Der Betrachter muss sich auf die Bilder einlassen, um sie zu verstehen und sie vor allem empfinden zu können. Die Künstlerin sagt selbst: „Der lange, fast meditative Arbeitsprozess an einem Bild drückt sowohl das Bedürfnis nach innerer und äußerer Ordnung als auch durch seine Farbigkeit und räumliche Komposition den Drang nach Lebenslust, Impulsivität und Spontaneität aus.“ So wirken ihre Bilder nicht nur nach außen, sondern vor allem nach innen.
 

Dr. Viola Tallowitz-Scharf, Kunsthistorikerin, Einführung anlässlich der Ausstellung „Soulmates“ im Galerie und Künstlerhaus Spiekeroog 15.05.2009


 

Innehalten sollte man bei der Malerei von Tina Buchholtz, um ihre Arbeiten nicht nur anzusehen, sondern um in sie hineinzusehen. In der Tiefe ihrer Bilder setzt sich hinter den plastisch hervortretenden Farbstrukturen für den Betrachter zusammen, was jedem der Bilder seinen Namen gibt.

Artikel des Kunstmagazin Berlin zur Ausstellung „Tina Buchholtz – Innehalten“ 2009 in der Galerie Frenhofer, Berlin



 

Gegenständlichkeit und Abstraktion, Strukturen und Lichteffekte, Erfahrungen und Emotionen – all dies spiegelt sich im Werk von Tina Buchholtz wider. Die Berliner Künstlerin entwickelte ihre Malerei autodidaktisch von der impressionistischen Landschaft und dem Portrait, über das Arbeiten mit dem Spachtel in abstrahierter Formensprache hin zur vollständig gegenstandslosen Darstellung mit der Spachtelkante in stetiger Verfeinerung der Techniken. Mit diesem meditativen Verfahren der präzise gesetzten Linien in reliefartiger Manier, fand sie zu der ihr eigenen Formulierung von Bildinhalten. Schicht für Schicht formen sich die Linien zu einem dreidimensionalen Netz und vermitteln räumliche Tiefe. Diese Vernetzungen wechseln mit farbig-transparenten Lasuren und bilden einen Rhythmus. Zufälle existieren nicht. Jede einzelne Linie ist exakt durchkomponiert. Und doch werden mit den bewegt erscheinenden Strichlagen „Lebenslust, Impulsivität und Spontaneität“ vermittelt. Ähnlich bei Pollock, mit dessen Werk sich die Künstlerin intensiv auseinandersetzte. Seine überlappenden Farbbänder, Strukturen, Rhythmen und Farbspritzer entstehen jedoch durch zufällige Bewegungen. Unterschiedlich sind auch die Entstehungsprozesse und ihre Bedeutung. Bei Pollock steht dieser als Aktion im Vordergrund der Bildaussage und bei Buchholtz bildet er lediglich das Mittel zum Zweck Die Künstlerin verbindet die Abstraktion immer mit dem Gegenständlichen, doch nicht direkt auf der malerischen Ebene, sondern durch den Bildtitel. Diese Titel stehen zum großen Teil vor der Ausführung des Bildes fest. Geschichten, die nachhallen, Musik, die anrührt, Sagen wie die Odyssee bilden die Grundlage ihrer Kompositionen. „Calypso“ beispielsweise bezieht sich auf die Nymphe, die Odysseus sieben Jahre auf ihrer Insel festhält. Die unzähligen Blautöne der feinen und zarten Linien, aber auch der breiteren Flächen vor schwarzem Hintergrund stellen die Assoziation von rauschendem Wasser, wehendem Wind, kühler Luft und einer geheimnisvollen, lockenden Tiefe her

In den 1990er Jahren arbeitete die Künstlerin bereits lange Zeit mit der Airbrush-Technik. Wurden damals unterschiedliche Papierformate verwendet, kommt nun in neuen Arbeiten die großformatige Leinwand zum Einsatz. Das Verfahren ist im Gegensatz zu den meditativen Spachtelarbeiten ein längerer Arbeitsprozess. Mit Hilfe von flüssigem Maskiergummi und der Spritzpistole wird die Technik des schichtweisen Arbeitens verfeinert. Abwechselnd werden auf einen bereits farbigen Untergrund Linien mit dem Flüssiggummi und dünne Farbschichten aufgetragen, wobei das Maskiergummi jeweils ca. zwölf Stunden trocknen muss. Der Entstehungsprozess eines Werks wird technischer und das Ergebnis ist durch die sich überlagernden und verdeckten Schichten nicht direkt vorhersehbar. Nach der Entfernung des Gummis, die häufig mehrere Tage in Anspruch nimmt, präsentiert sich ein Bild wie „Wolke Sieben“. Hier zeigt sich ein leuchtender Farbenhimmel in pastelligen Rosa-, Blau- Grün- und Gelbtönen, der den Eindruck schwebender Leichtigkeit und ein Gefühl einfachen Glücklich-Seins hervorruft. In „Fireflies“ erscheinen die Flugbahnen der Glühwürmchen wie unter Langzeitbelichtung festgehalten. Tanzende und vibrierende Lichtpunkte verschwimmen zu einem Lichtmeer in dunkler Nacht. Ein romantisierender Effekt ist nicht zu leugnen. Tina Buchholtz gelingt es, Licht und Bewegung gleichzeitig einzufangen und sichtbar zu machen. Eine Leistung, die Ihresgleichen sucht.


Dr. Viola Tallowitz-Scharf, Kunsthistorikerin, zur Ausstellung „Between The Lines“, 2010, Hong Kong, Karin Weber Gallery

 

 

Die Gemälde der Berliner Künstlerin Tina Buchholtz haben eine geradezu körperliche Anziehungskraft. obwohl abstrakt, spürt der Betrachter den realen Bezug, wird sanft hineingezogen in eine bewegte, lebendige Tiefe.

Tina Buchholtz arbeitet mit unendlich scheinenden und durchscheinenden Schichten in einer von ihr bis zur Perfektion verfeinerten Spachteltechnik.

Obwohl verwandt mit dem Werk Pollocks, ist bei Tina Buchholtz kein Strich zufällig - im Gegenteil: jeder einzelne strich trägt bewusst dazu bei, Licht und Bewegung gleichzeitig einzufangen und sichtbar zu machen.

Katharina Mokross/ Josef Schewe, Galerie apollo9, Hamburg, 2011

 

Sehr schöne Bilder malen Sie...

Friede Springer; Auszug aus privater Korrespondenz

 

Ihre ausdrucksstarken Bilder machen „Lust auf mehr“. Als Kunstliebhaberin haben mich vor allem die leuchtenden Farben besonders angesprochen... 

Dr. Ursula von der Leyen, MdB, Bundesministerin für Verteidigung

 

Ich finde Ihre Werke sehr ansprechend und spannend.

Regina Ziegler, Filmproduzentin

 

 

                                                       

                                                            

 

Her paintings celebrate light with vibrant colours and finely detailed textures. Metallic and pearlescent pigments introduce a dreamlike, ethereal quality alongside intricate, linear layers of acrylic. Inspiration for this exhibition comes from her terrestrial insight. Her paintings are in the permanent collection of the German Parliament.

DetourMatters 11-2013

 

This is the dream of winter sedentaries, one that no snow on mountain slopes could ever replace: the ephemeral warmth of summer, fragrant grass and hay, flowers, water to dive into, short, balmy nights. Tina Buchholtz, an artist from Berlin, springs us right out the dull, grimy city winter into this summer magic. “Summer Dance” is a virtuoso of thousands of layered strokes in acrylic paint. An image of ice also brings to mind the present season.

Berliner Zeitung during the exhibition at Deutsche Bank Unter Den Linden, Berlin


 

 

Tina Buchholtz works in the abstract – quite so – as one is tempted to say. In her two-part work, The Erlking, the gloomy meadows, an eerie mist, the impenetrability of the dark night instantly evoke powerful associations with tragedy. When one stands back, a spreading web with relief-like characters visible at close range, becomes all-enveloping, unyielding.

Dr. Anne Meckel, Art Historian, in her review of the “The Erlking.”



 

Tina Buchholtz's predominantly over-sized abstract compositions are covered with a network of thin lines and spots. In a very meditative manner she puts one colourful impression next to the other and creates a well and strict composed array of corresponding lines and spots.

The starting point and the finalised paintings, although abstract, are always related to figurative topics. The titles and topics of her paintings might change during the time of her work but a picture "without title" is unthinkable for the artist. There are people in her paintings, impressions of landscapes or winding lines that imagine the colourful impression of a climbing chameleon. The connection to figurative painting always stays in the foreground.

Helmut Junger, Art Historian


 In Tina Buchholtz’s paintings the brush stroke asserts the rhythm, with color as its ally

Prof. Dr. Melanie Franke, Art Historian, Guggenheim Museum
 


 Tina Buchholtz paints out of her fascination with colours: “Colours are like the air we breathe.” Colour denotes passion, sensory in a meaning that is absolute. With colour, I am able to give expression to opinions and ideas of my very own.” Inspiration can spring forth from a word, a story or even from a toucan, which captivates the onlooker with its exotic colours of the rainbow. It can also come from acoustics, as in the "Sonic" picture, finely structured within a single colour tone of a tightly woven rug.
Painting has been Tina’s passion ever since she first held an artist's brush as a child. After high school, she deliberately chose not to pursue formal art studies, “as I was resolutely in search of my individual style and did not want to be influenced by others.” In her chosen path, she has held firm with unwavering determination. She taught herself in a diverse range of painting methods and progressively refined her techniques, perfecting her dexterous abilities in portraits and realism. Over time, she began moving away from landscape paintings and discovered her own language in the world of abstraction.
Tina Buchholtz’s predominant interest is now in three-dimensionality that enables her to scatter a picture’s elements in the imagination of the viewer. Using a spatula, she meticulously inscribes colours in fine lines on canvas. In doing this, she employs rhythmic movements that guide the lines to build a homogenous mesh until a depth of light and shadows appears behind the structured overlay.
Her technique demands a love for working with the fingers and a knack for precision. “Yes, the desire for structure and order is definitely there," says the 44-year-old mother of four. Establishing herself in a market niche demanded large measures of patience and persistence. Now, in Berlin, she has won recognition as an artist in her own right, keenly sought by galleries. She is also a member of the Federal Association of Educated Artists. Her commissioned works are displayed at offices of major companies, the German parliament and in private and semi-private art collections.

Christine Fivian, Zürich, Press Text during the exhibition at Art Seefeld Gallery, 2007


 

The most important element of the pictures of Tina Buchholtz is the line. They flow like cascades - sometimes in small runlets, sometimes in large tracks - over the surface of the picture. The small tight pressed line or the thick and generously placed short and powerful strokes create the direction. This unique way of building the picture creates the painting out of the bright or shaded thickness of the flow, out of the rhythm, which is closely connected to the colors. The pictures are filled with atmosphere, impressions, and different moods.

The paintings of Tina Buchholtz are not impressionistic, but her use of rhythm and light is similar to impressionistic paintings. Here, the quaintness with its regular iteration and strictness rather becomes an ornament but systematic atmosphere. It remains not in the way and in the light like the impressionists have done it. The mood of a landscape is not separating between the inner and the outer picture. Rather her paintings are an intense mood of rhythm, color, stroke, and light.”

Karin Weber Gallery,Hongkong, during the exhibition March 2009



 The richly textured abstract paintings by Tina Buchholtz mimic the density and claustrophobia of cityscapes with lights of various colours brought to life.  The works are carefully constructed by the artist in order to induce a certain mood  from the viewer. Her work 'Elevator' is a perfect example of how it feels living in the hustle and bustle of the city.

Karin Weber Gallery, Hong Kong, during the exhibition “Defining Urban Life”, September 2009


 

 Tina Buchholtz´ meditative abstract paintings are about linearity. Buchholtz painstakingly applies acrylic with a spatula to fill every canvas, yielding “Elevator” , a multi-hued cascade of vertikal lines that seems to wash over the viewer., and the straw-like diptych “Dialogue”.

Padraic Convery, South China Morning Post, during the exhibition “Defining Urban Life” at Karin Weber Gallery, Sept. 2009


 


We came upon Stardust. A darling diptych, by German-based KiptonArt artist Tina Buccholtz. Stardust was an eye-catcher due to its densely crisscrossed strands interspersed with translucent glaze, giving it a three-dimensional effect. BRILLIANT!

Tia Walker on „Stardust“, during the exhibition at Christie´s, New York, Rockefeller Center, Nov. 2009


 


Objectivity and abstraction, structures and lighting effects, experience and emotion – all these are mirrored in the works of Tina Buchholtz.

Self-taught, this artist from Berlin progressed from impressionistic landscape and portrait painting to work with a spatula in an abstract use of form, on to complete and abstract work with the spatula edge, her technique thereby gaining in sophistication. This meditative process

of precisely positioned lines in a relief-type setting, led to her individual definition of picture content. Layer by layer, the lines amalgamate to a three-dimensional network and portray spatial depth. This network alternates with coloured transparent glazes and discovers its own rhythm. This is no coincidence. Every single line is a precise composition. And yet the feelings of “joie de vivre”, impulsiveness and spontaneity ensue. There is a similarity to Pollock, whose works are well known to her. However, his overlapping bands of colour, structures rhythms and colour sprays are incurred by accident. The development processes and their significance do vary from one another. For Pollock this forms part of the action in the forefront of the picture’s implication, with Buchholtz it is rather a means to an end. Our artist combines abstraction with the representational, but not directly from the picture itself, but rather from the title. They usually exist beforehand. Stories, which echo through, inspiring music, sagas such as Odysseus are the foundations of her compositions. “Calypso”, for example, the nymph who held Odysseus prisoner on her island for seven years. The numerous blue tones in the fine and caressing lines, but also the wider bands, in front of a black background give the impression of the roaring of water, murmuring wind, cool air and secretive and luring depths.

During the nineties the artist had already been working for several years with airbrush technique. Then different paper formats were used, but the new works appear on large canvases. In contrast to her meditative spatula work, this takes longer. Using liquid rubber and a spray gun this layered technique has become increasingly sophisticated. Lines of liquid rubber and thin colour alternate in layers on a coloured background, where the rubber has to dry for about 12 hours. The development of such a work becomes more technical and its results, from the overlapping and hidden layers, not always anticipated beforehand.. After the rubber has been removed, which can take several days, a work such as “Cloud 7” is the result. Here is a bright, coloured sky with pastel pink, blue, green and yellows tones, giving the impression of floating and lightness, the feeling of pure happiness. In “Fireflies” the flight paths of the glow worms appear as if they have been under long term exposure. Dancing and vibrating points of light merge into one another in a sea of light on a dark night. A romantic touch cannot be denied. Tina Buchholtz has succeeded in capturing light and movement simultaneously and in making this visible. An achievement attempted by many of her contemporaries.


Dr. Viola Tallowitz-Scharf, Art Historian , during the exhibition „Between The Lines“, 2010, Karin Weber Gallery, Hong Kong


 El inicio del trabajo de Tina Buchholtz está basado casi siempre en encuentros procedentes de la literatura, la musica asi como el int ercambio y discusión con otros colegas. Uti liza solamente el borde de la espatula para aplicar el color muy pastoso y como manchas, de esta forma va creciendo una especie de tejido hasta convertirse en una filigrana composición general. A través de superposiciones y redes que en intercambio con veladuras transparentes de color sugieren una ilusión de profundidad en el espacio, una tercera dimensión, que absorve la mirada del espectador.

Tina Buchholtz nació en Berlin en el año 1963 y trabaja como artista independiente en las ramas de pintura y diseño gráfico. A través de cursos de perfeccionamiento en diferentes técnicas de la pintura y el dibujo ha ido ampliado de manera continua sus posibilidades de expresión artística. Desde el año 2006 es miembro de la asociación de artistas y el 2007 ingresó en la organización GEDOK en Berlin.

Exhibition Galerie Frenhofer, Berlin, 2009


 

Si inaugura sabato 8 novembre 2008 alle ore 19.00, e resta allestita fino a lunedi' 8 dicembre, una mostra personale della pittrice berlinese Tina Buchholtz intitolata Profondo Cromo.

L'evento assume un rilievo tutto particolare nel programma della galleria. Infatti, dopo dodici mostre personali e tre collettive che nei quasi due anni di attività hanno riguardato opere di fotografia, video e tecniche miste, per la prima volta viene proposta al pubblico un'esibizione di opere di pittura. Si tratta certamente di un'eccezione rispetto alla linea che la galleria ha seguito fin dall'inizio; tuttavia non e' un caso che la mostra arrivi nel periodo in cui la questione da tempo dibattuta sull'attualità o meno del linguaggio pittorico trova rinnovati spunti di confronto.

Come si legge sulle pagine dell'ultimo numero di Flash Art: -Sempre piu' spesso, negli ultimi anni, agli alti e altissimi livelli (musei cult, grandi rassegne internazionali come Manifesta, Documenta, biennali principali ecc.), vediamo il genere pittura emarginato o ghettizzato. A parlare di pittura con i piu' importanti curatori (Obrist, Okwui Enwezor, Bonami, Gioni, Biesenbach, Bourriaud, Hoffmann ecc.) si corre il rischio di apparire anacronistici. Eppure, tra le pieghe del mercato alto o basso, la pittura ancora persiste e in alcuni casi impazza, batte i suoi propri record per stabilirne sempre di nuovi. Che si tratti solo di collezionismo grossolano e poco colto, oppure anche i grandi collezionisti di tendenza si circondano di pittura?- (Marco Senaldi, su Flash Art online, 27.10.08, speciale pittura).

-Pur nella diversità volta a volta evidente delle soluzioni tecniche di stesura della tempera acrilica, le tele astratte di Tina Buchholtz sono fortemente connotate da un carattere omogeneo. L'autrice tedesca, da tempo affermata sulla scena artistica europea, ci accompagna attraverso spazi immaginari modulati su tonalità e sfumature di effetto pressoche' ipnotico. Le studiate giustapposizioni di macchie a tampone o i rigorosi intrecci di tratti schizzati concorrono alle trame di texture cromatiche dove l'equilibrio tra ordine e disordine sembra raggiungere livelli di perfezione assoluta. Il titolo accuratamente attribuito a ciascuno dei quadri denota altresi' la sussistenza di chiare allusioni concettuali che oltrepassano e arricchiscono le suggestioni derivanti dal dato formale.- (Carlo Gallerati)

-Nei dipinti di Tina Buchholtz il ritmico dipanarsi del tratteggio trova nel colore il suo alleato ideale-. (Melanie Franke)

Tina Buchholtz e' nata nel 1963 a Berlino, dove vive e lavora. Dopo gli studi superiori di arti visive, dal 1981 svolge l'attività professionale di artista freelance. Le sono stati attribuiti prestigiosi riconoscimenti e ha esposto in numerose mostre personali e collettive sia a Berlino che in altre città tedesche e europee. Sue opere fanno parte di importanti collezioni pubbliche e private, tra cui quella del Parlamento Tedesco e quelle della Deutsche Bank e del Credit Suisse New York.


Carlo Gallerati, Galleria Gallerati , Via Apuania, 55 - Roma , Exhibition “Profondo Cromo”, 2008




Carlo Gallerati è lieto di presentare Untold Stories, una mostra personale di Tina Buchholtz a cura di Ilaria Sinisi.

“L’artista tedesca Tina Buchholtz ritorna sul palcoscenico romano (la ricordiamo nella precedente esposizione presso la Galleria Gallerati nel 2008) con una nuova mostra personale dal carattere intimista e dalla narrazione inconsueta. Untold Stories, le storie non raccontate, potremmo tradurre. Il percorso espositivo vuole proprio addentrarsi in un viaggio virtuale tra i densi monocromi di delicato afflato tonale e gli oli dall’inconfondibile tessitura tono su tono o policroma, dove l’occhio si perde tra i fili della trama e dell’ordito in una rinnovata consapevolezza dell’esserci hic et nunc. Favole mai scritte, sublime immaginario dove albergano desideri e territori inesplorati, espressione di un messaggio insolito, perchè così spontaneo da travalicare i confini della maturità in un ritorno al puro dialogo incorrotto con gli elementi cardine del disegno. Tina Buchholtz non disdegna l’approccio del dripping, ma non v’è traccia del dominio assoluto del caso. La direzione è ben visibile nella determinazione costante di un cammino intrapreso. Esplosione estatica di serenità colma di pudore e coraggio, ricca di dignità nella riflessione su ciò che di più puro e universale rende l’essere umano prezioso nell’universo: la sua unicità a dispetto delle vane imitazioni. La scelta pittorica che si riflette nelle opere dell’artista berlinese si direbbe aniconica, a una prima osservazione, ma da una più attenta analisi lascia trasparire silhouettes o stati d’animo che riconosciamo e che ci appartengono; e istintivamente percepiamo in maniera tangibile il sostrato materico e pastoso dell’olio che ci cattura nella luce che emana.” (Dr. Ilaria Sinisi)

"Untold Stories" Exhibition at Galleria Gallerati, Rome, 2011